Ja, Linktree ist kostenlos. Das ist die kurze Antwort, und sie stimmt: Der Gratis-Tarif ist dauerhaft, verlangt keine Kreditkarte und läuft nicht nach vierzehn Tagen aus.
Die interessantere Frage kommt danach. Auch ein kostenloser Tarif hat einen Preis, er steht nur auf keiner Rechnung: fremdes Branding auf deiner Seite, eine Adresse, die dir nicht gehört, und eine Form, die zu manchen Inhalten passt und zu anderen eben nicht. Genau das nehmen wir hier auseinander, Stufe für Stufe.
Wie du eine Seite überhaupt anlegst, steht Schritt für Schritt unter Linktree erstellen. Was „Link in Bio“ bedeutet und warum die Plattformen den Weg nach draußen so schmal halten, klärt der Überblick zum Bio-Link.
Was im Gratis-Tarif wirklich drin ist
Der Gratis-Tarif ist keine Testphase, sondern eine dauerhafte Stufe. Enthalten sind:
- unbegrenzt viele Links, nicht drei und nicht fünf
- Basis-Themes für Hintergrund und Buttons
- ein QR-Code zu deiner Seite
- einfache Klickstatistiken
- die Adresse
linktr.ee/deinname - das sichtbare Linktree-Branding am Seitenfuß, das hier bleibt
Auch die Commerce-Funktionen stehen im Gratis-Tarif zur Verfügung, also Produktkarten, Trinkgeld und Verkäufe direkt von der Seite aus. Kostenlos sind dabei die Funktionen, nicht die Verkäufe selbst. Dazu gleich mehr.
Eine Zahl hält sich hartnäckig: „Im Gratis-Tarif bekommst du fünf Links.“ Das stimmt nicht. Die Fünf gehört zu Instagram, wo du seit 2023 bis zu fünf Links im Profil hinterlegen kannst, allerdings als nackte Adressen, ohne Bild, ohne Beschreibung und ohne eigene Statistik. Bei Linktree ist die Zahl der Links auch kostenlos unbegrenzt. Zwei verschiedene Produkte, eine verwechselte Zahl.
Was Linktree kostet, Stufe für Stufe
Vier Stufen, eine kostenlose und drei bezahlte. Die Beträge unten sind Monatspreise, im Jahresabo liegen sie niedriger.
| Tarif | Preis pro Monat | Gebühr auf Verkäufe | Was dazukommt |
|---|---|---|---|
| Spotilink (Alternative)Unser Tool | Gratis-Tarif, danach 9,90 € | kein eigener Checkout, 0 % auf deine Affiliate-Einnahmen | 10 Produktkarten, selbst gewählte Adresse, deutschsprachige Oberfläche |
| Linktree Gratis | 0 $ | bis zu 12 % | unbegrenzte Links, QR-Code, Branding bleibt sichtbar |
| Linktree Starter | ca. 8 $ (jährlich günstiger) | 9 % | frei wählbare Farben, E-Mail-Adressen sammeln, keine eigene Domain |
| Linktree Pro | ca. 15 $ | 9 % | Branding entfernen, tiefere Auswertungen, Integrationen, AutoDMs |
| Linktree Premium | ca. 35 $ | 0 % | die einzige Stufe ohne Verkaufsgebühr |
Zwei Dinge fallen an dieser Staffelung auf, und beide sind für Creator relevant. Erstens liegt das Entfernen des Brandings nicht in der günstigsten bezahlten Stufe, sondern erst in Pro. Zweitens ist Premium die einzige Stufe ohne Verkaufsgebühr, und das ist zugleich die teuerste.
Der Preis, der auf keiner Rechnung steht
Drei Punkte kosten dich im Gratis-Tarif etwas, ohne je als Betrag aufzutauchen.
Das Branding bleibt stehen. Der Schriftzug am Seitenfuß verschwindet erst ab dem Pro-Tarif. Fair bleibt dabei: Fast alle kostenlosen Anbieter machen das so, Spotilink eingeschlossen. Der Hinweis auf der Seite ist das, was einen dauerhaft kostenlosen Tarif bezahlt.
Die Adresse gehört dir nicht. linktr.ee/deinname reicht für die Bio völlig aus, ist aber eine fremde Adresse. Eine echte eigene Domain behält Linktree den höheren bezahlten Stufen vor und bietet sie im Starter-Tarif ausdrücklich nicht an. Bei Spotilink ist es ebenfalls keine eigene Domain, sondern eine selbst gewählte Adresse, und die gehört immerhin zum Gratis-Tarif.
Die Verkaufsgebühr, aber nur an einer Stelle. Bis zu 12 % im Gratis-Tarif, 9 % bei Starter und Pro, 0 % bei Premium, und zwar ausschließlich auf Verkäufe, die über Linktrees eigenen Checkout laufen. Verkaufst du ein digitales Produkt direkt auf deiner Seite, greift sie. Setzt du ganz normale externe Affiliate-Links, greift sie nicht: Was du über ein Partnerprogramm verdienst, läuft zwischen dir und der Marke. Diese beiden Fälle werden oft verwechselt, und wir haben das in der Anleitung zum Anlegen einer Seite ausführlicher aufgeschrieben.
Für die meisten Creator heißt das zusammen: Der Gratis-Tarif reicht länger, als man denkt. Teuer wird er nur für die, die über die Seite selbst verkaufen.
„Ist Linktree in Deutschland erlaubt?“
Diese Frage taucht auf mehreren deutschen Suchergebnisseiten rund um Linktree auf, und wir beantworten sie bewusst nicht mit Ja oder Nein. Wir sind keine Kanzlei, und ein Rechtsurteil gehört nicht in einen Ratgeber.
Belegbar ist die Debatte selbst. Das Portal eRecht24 hat im November 2025 einen Beitrag dazu veröffentlicht und formuliert für gewerbliche Nutzer diesen Schluss:
„Auch wenn Linktr.ee bei vielen Social Media Usern beliebt ist, bleibt es für gewerbliche Nutzer trotz der Verbesserungen nicht ohne rechtliche Risiken“
In diesem Satz stecken zwei Einschränkungen, und beide gehören dazu: „trotz der Verbesserungen“ und „nicht ohne rechtliche Risiken“. Das ist etwas anderes als ein Verbot. Derselbe Beitrag hält ausdrücklich fest, dass Linktr.ee inzwischen ein Cookie-Consent-Tool eingebunden hat. Zur Technik dahinter schreibt eRecht24, es handle sich um ein australisches Unternehmen, dessen Server sich nicht in der EU befänden. Das ist die Darstellung des Portals, wir haben sie nicht selbst nachgeprüft. Und die Kritik an automatisch gesetzten Tracking-Cookies formuliert derselbe Beitrag im Rückblick, mit den Worten „Lange Zeit“, nicht als Beschreibung des heutigen Zustands. Eine aktuelle Linktree-Seite haben wir nicht selbst nachgemessen.
Was du ohne Jura-Studium selbst prüfen kannst, bei jedem Anbieter:
- Wo liegen die Daten? Die Datenschutzerklärung des Anbieters sagt es.
- Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag? Relevant, sobald du gewerblich unterwegs bist.
- Was lädt die Seite beim Aufruf? Im Browser lässt sich das im Netzwerk-Tab nachsehen.
- Wird gefragt, bevor Cookies gesetzt werden? Das siehst du beim ersten Besuch.
Weil dieselbe Frage sich genauso an uns richtet, hier die Fakten zu uns, nachprüfbar statt bloß behauptet:
- Die Anwendungsdaten liegen in der EU, die Datenbank läuft in der Region Paris. Gehostet wird die Anwendung von Vercel Inc. (USA), und das gehört zur ehrlichen Antwort dazu.
- Die Zählung von Aufrufen und Klicks auf deiner Seite läuft ohne Cookie. Gespeichert werden nur die Zahlen selbst, keine IP-Adresse und keine Gerätekennung.
- Auf einer Creator-Seite laden weder Google-Tags noch unser Produktanalyse-Werkzeug. Auf unserer eigenen Website gibt es Google-Tags, und sie laden erst, nachdem jemand zugestimmt hat.
- Deine öffentliche Seite setzt keine Cookies.
- Beim Zählen eines Klicks, bei einer Umfrage und beim Eintrag in einen Newsletter dient die IP-Adresse kurzzeitig als Schlüssel für einen Zähler gegen Missbrauch. Gespeichert wird sie nicht.
Was daraus folgt, entscheidest du, nicht wir. Wer gewerblich unterwegs ist, regelt so etwas ohnehin in der eigenen Datenschutzerklärung und holt sich im Zweifel eine rechtliche Bewertung.
Kostenlose Alternativen, und was sie unterscheidet
In demselben Beitrag nennt eRecht24 als datenschutzfreundlichere Wege unter anderem Wonderlink, Biceps Bio (onebio), Linkrex, das WordPress-Plugin ClickWhale oder eine eigene Landingpage im eigenen CMS. Das ist die Auswahl des Portals, nicht unsere Empfehlung.
Am sichtbarsten davon ist wonderlink.de, ein deutsches Link-in-Bio-Produkt, das sich selbst als „Dein Link in Bio 100% DSGVO konform“ beschreibt und angibt, auf Nutzertracking und Tracking-Cookies zu verzichten. Das ist ihre eigene Aussage, und sie zu bewerten steht uns nicht zu. Der kostenlose Tarif dort ist solide: unbegrenzte Links, Avatar, Hintergrundfarbe und das Einfügen von Rechtstexten. Der bezahlte Tarif liegt bei 5 € im Monat und ergänzt Hintergrundbilder, Social-Icons, ausführlichere Statistiken sowie Bild- und Textkacheln.
Und Spotilink? Der Gratis-Tarif umfasst 10 Produktkarten, eine selbst gewählte Adresse (spotilink.bio/deinname), einfache Klickstatistiken und ein kleines Wasserzeichen, das im Gratis-Tarif bleibt.
Ein Hinweis, der beim Vergleichen viel Zeit spart: Zähle nicht die Links. Ein Angebot mit unbegrenzten Links ist nicht automatisch das bessere, es ist ein anderes. Die eigentliche Frage lautet, ob deine Seite Ziele auflisten oder Produkte empfehlen soll. Danach sortiert sich der Rest, und erst danach lohnt ein Blick auf den Preis.
Wenn du Produkte empfiehlst, entscheidet die Form
Stell dir zwei Seiten nebeneinander vor. Auf der einen steht ein Button mit der Aufschrift „Mein Serum“. Auf der anderen steht eine Karte: dein eigenes Foto, dein Urteil in einem Satz, dein Rabattcode zum Antippen und dein Affiliate-Link. Der Button nennt ein Ziel, die Karte liefert einen Grund.
-10%Rare Beauty
Soft Pinch Blush
„Mein Alltagsblush, ein Tupfer reicht und er hält den ganzen Tag.“
Bewusst ohne Preis, denn der Preis steht im Shop und ändert sich dort. Die Karte hat nur eine Aufgabe, nämlich den Klick dorthin.
Der Creator-Tarif zu 9,90 € im Monat hebt das Kartenlimit auf, erlaubt unbegrenzte bezahlte Kooperationen, entfernt das Wasserzeichen, blendet einzelne Abschnitte auf Wunsch aus und liefert ausführlichere Auswertungen: Klickrate, Conversion und monatliches Wachstum.
Wann sich ein Upgrade lohnt, und wann nicht
Drei Fälle decken fast alles ab.
Du teilst hauptsächlich Links. Dein Podcast, dein Shop, deine anderen Kanäle. Der Gratis-Tarif reicht, und zwar dauerhaft. Ein Upgrade kaufst du hier nur für das Weglassen des Brandings, und das ist eine Geschmacksfrage, keine Notwendigkeit.
Du verkaufst digitale Produkte über die Seite selbst. Dann rechne die Verkaufsgebühr in deinen Preis ein und schau dir an, ab welchem Umsatz die teurere Stufe ohne Gebühr günstiger wird als die Gebühr. Das ist eine reine Rechenaufgabe.
Du empfiehlst Produkte mit Affiliate-Links. Dann ist die Gebühr für dich schlicht kein Thema, sie greift bei dir nie. Deine Entscheidung hängt an etwas anderem: daran, ob die Seite eine Empfehlung transportieren kann. Eine Liste kann es nicht, eine Karte schon.
Kurz gerechnet
Linktree ist kostenlos, wirklich und dauerhaft, mit unbegrenzt vielen Links, QR-Code und einfachen Statistiken. Bezahlt wird für Komfort: das Entfernen des Brandings ab Pro, eine eigene Domain in den höheren Stufen, und Freiheit von der Verkaufsgebühr erst in Premium. Auf externe Affiliate-Links greift diese Gebühr nie.
Wenn deine Seite Ziele auflistet, ist das ein gutes Angebot. Wenn sie Produkte empfehlen soll, entscheidet nicht der Preis, sondern das Format, und dann lohnt der Blick auf eine Seite, die von vornherein aus Karten gebaut ist.
