Linktree ist ein Dienst für Bio-Link-Seiten: eine einzelne Webseite unter einer Adresse wie linktr.ee/deinname, auf der deine Linkziele als Buttons untereinander stehen. Du hinterlegst diese eine Adresse in deinem Profil, und dein Publikum kommt von dort überall hin.
Das ist die kurze Antwort. Die längere ist die interessantere, weil bei dieser Suche zwei Fragen fast immer mitlaufen, die auf deutschen Suchergebnisseiten immer wieder auftauchen: Ist Linktree seriös, und ist es hier überhaupt erlaubt? Beide beantworten wir weiter unten mit Fakten und Quelle, nicht mit einem Urteil.
Was Linktree genau ist
Linktree ist ein Produkt, kein Verfahren. Der Dienst gibt dir eine fertig gehostete Seite, ein Dashboard und eine feste Adresse. Du schreibst keinen Code, du mietest keinen Webspace, du pflegst keine Technik. Was du tust: Ziele eintragen, Titel vergeben, Reihenfolge festlegen.
Damit löst das Tool genau ein Problem. Instagram und TikTok machen Adressen in Beiträgen und Kommentaren nicht klickbar, klickbar ist nur das Linkfeld im Profil. Was der Begriff bedeutet und wie dieses Feld auf beiden Plattformen funktioniert, steht ausführlich unter Link in Bio. Linktree ist eine von vielen Antworten darauf, und die bekannteste.
Zwei Missverständnisse räumen wir gleich hier aus.
- Die Zahl der Links ist auch kostenlos unbegrenzt. Das verbreitete „nur fünf Links“ stammt vom Instagram-Profil, das seit 2023 bis zu fünf Adressen aufnimmt. Diese Fünf hat mit Linktree nichts zu tun.
- Linktree ist keine reine Buttonliste mehr. Es gibt Commerce-Funktionen, also Produktkarten, Trinkgeld und Verkäufe direkt von der Seite aus, und die stehen auch im kostenlosen Tarif zur Verfügung. Der Unterschied zu anderen Tools liegt in der Form und im Preis dieser Verkäufe, nicht darin, dass es sie nicht gäbe.
Wie Linktree funktioniert
Der Ablauf besteht aus drei Handgriffen:
- Konto und Benutzername. Der Name wird deine öffentliche Adresse,
linktr.ee/deinname. - Ziele eintragen. Im Dashboard kommt jedes Ziel als eigener Button dazu, mit einem Titel, den du selbst schreibst.
- Adresse ins Profil. Bei Instagram unter „Profil bearbeiten“ in das Feld „Website“, bei TikTok in das Linkfeld.
Danach bleibt die Adresse in deinem Profil dieselbe, und was dahinter steht, änderst du jederzeit. Das ist der eigentliche Nutzen: ein fester Einstieg, dahinter beweglicher Inhalt.
Die vollständige Anleitung mit allen Feldern und den typischen Stolpersteinen steht separat unter Linktree erstellen. Hier bleibt es bei der Kurzfassung, weil dich auf dieser Seite vermutlich eher interessiert, ob das Tool zu dir passt, als wie man es bedient.
Was Linktree kostet
Der kostenlose Tarif ist dauerhaft und verlangt keine Kreditkarte. Er deckt unbegrenzt viele Links ab, einfache Themes, einen QR-Code zu deiner Seite, eine einfache Klickstatistik und deine Adresse linktr.ee/deinname. Sichtbar bleibt das Linktree-Branding am Seitenfuß, das im Gratis-Tarif nicht verschwindet.
| Tarif | Preis pro Monat | Gebühr auf Verkäufe | Was dazukommt |
|---|---|---|---|
| Gratis | 0 $ | bis 12 % | unbegrenzte Links, einfache Themes, QR-Code, einfache Klickstatistik, sichtbares Branding |
| Starter | ca. 8 $ | 9 % | frei wählbare Farben, E-Mail-Sammlung; ausdrücklich keine eigene Domain |
| Pro | ca. 15 $ | 9 % | Branding entfernen, ausführlichere Auswertungen, Integrationen, automatische Direktnachrichten |
| Premium | ca. 35 $ | 0 % | die einzige Stufe ganz ohne Gebühr auf Verkäufe |
Zwei Zeilen dieser Tabelle werden regelmäßig falsch gelesen. Die Gebühr auf Verkäufe greift nur, wenn du ein digitales Produkt oder Trinkgeld direkt über Linktree abwickelst. Ein ganz normaler externer Affiliate-Link ist davon nicht betroffen: deine Provision läuft zwischen dir und der Marke, unabhängig davon, auf welcher Seite der Link stand. Und die eigene Domain gehört ausdrücklich nicht zum Starter-Tarif, sie kommt erst in den höheren Stufen.
Für wen Linktree gedacht ist
Linktree ist für einen bestimmten Fall gebaut: du hast mehrere Ziele und willst sie an einer Stelle zeigen. Das trifft auf viele zu, und für diese Gruppen ist es eine solide Wahl:
- Konten mit gemischten Zielen. Podcast, YouTube, Newsletter, Shop, Portfolio. Eine Liste ist hier genau die richtige Form, weil die Einträge nichts miteinander zu tun haben.
- Wer schnell starten will. Fünf Minuten, keine Kreditkarte, keine Entscheidung, die man später bereut.
- Wer digitale Produkte direkt verkauft. Die Commerce-Funktionen sind da, du musst nur die Gebühr deiner Stufe einrechnen.
Weniger gut passt es, sobald dein Profil hauptsächlich Produkte empfiehlt. Ein Button beantwortet die Frage „wohin?“, aber nie die Frage „warum ausgerechnet das?“. Dazu weiter unten mehr.
Ist Linktree seriös? Was sich prüfen lässt
Diese Frage steht bei Google direkt neben der Suche nach der Definition, und sie verdient eine nüchterne Antwort statt eines Daumens nach oben oder unten.
Belegbar ist Folgendes: Linktree gehört zu den bekanntesten Tools der Kategorie, der kostenlose Tarif ist dauerhaft und verlangt keine Kreditkarte, die Zahl der Links ist auch dort unbegrenzt, und die Preise der bezahlten Stufen stehen öffentlich auf der Anbieterseite.
Selbst bewerten solltest du die drei Punkte, die dich betreffen und nicht den Anbieter:
- Die Adresse gehört dir nicht.
linktr.ee/deinnameist geliehen. Wechselst du das Tool, zeigen alle geteilten Adressen ins Leere, und genau deshalb wird ein Wechsel später teuer. - Die Gebühr auf Verkäufe betrifft nur den eigenen Checkout. Wer digitale Produkte verkauft, rechnet sie ein. Wer Produkte empfiehlt, zahlt sie nie.
- Der Datenschutz ist in Deutschland ein eigenes Thema. Dazu gibt es eine dokumentierte Diskussion, und die geben wir im nächsten Abschnitt wieder, statt sie zu einem Urteil zusammenzufassen.
Ein Prüfschritt, der nichts kostet und mehr sagt als jede Bewertung: ruf eine Bio-Link-Seite in einem privaten Fenster auf und sieh im Netzwerk-Tab deines Browsers nach, was beim Aufruf geladen wird und ob vorher nach Cookies gefragt wird. Genau darum geht es in der Diskussion unten, und die Seite selbst beantwortet das besser als jede Werbeaussage.
Linktree und der Datenschutz: was auf dem Tisch liegt
Wir sind keine Kanzlei und sprechen kein Urteil über Linktree aus. Was wir tun können, ist die dokumentierte Position wiedergeben und danebenstellen, was bei uns nachprüfbar ist.
Das deutsche Rechtsportal eRecht24 hat das Thema am 11. November 2025 aufgegriffen. Der Kern der Einschätzung, im Wortlaut:
Auch wenn Linktr.ee bei vielen Social Media Usern beliebt ist, bleibt es für gewerbliche Nutzer trotz der Verbesserungen nicht ohne rechtliche Risiken.
In diesem Satz stecken zwei Einschränkungen, und beide gehören dazu, wenn man ihn zitiert. „Trotz der Verbesserungen“ heißt: es hat sich etwas getan. „Nicht ohne rechtliche Risiken“ heißt: nicht risikofrei, und das ist etwas anderes als nicht zulässig. Dieselbe Quelle hält ausdrücklich fest, dass Linktr.ee inzwischen ein Cookie-Consent-Tool eingebunden hat, kritisiert aber weiterhin die Übertragung personenbezogener Daten in ein Drittland und schreibt, dass es sich bei Linktr.ee um ein australisches Unternehmen handelt, dessen Server sich nicht in der EU befinden. Die ältere Kritik an automatisch gesetzten Tracking-Cookies formuliert der Artikel in der Vergangenheitsform, und wir haben eine aktuelle Linktr.ee-Seite nicht selbst nachgemessen.
Dass daraus ein deutsches Thema geworden ist, sieht man an den Suchanfragen: Formulierungen rund um Linktree und Datenschutz kommen zusammen auf mehrere Hundert Suchen im Monat. Der deutsche Anbieter wonderlink.de wirbt auf seiner Startseite entsprechend mit dem Satz „Dein Link in Bio 100% DSGVO konform“. Das ist seine Aussage über sich selbst, und wir übernehmen sie nicht.
Für uns können wir folgende Punkte benennen, jeden davon nachprüfbar:
- Die Anwendungsdaten liegen in der EU, in der Region Paris. Betrieben wird die Anwendung bei Vercel Inc., einem US-Unternehmen, und auch das steht so in unserer Datenschutzerklärung.
- Die Reichweitenmessung läuft ohne Cookie und speichert keine Kennung. Zu Klicks und Aufrufen wird weder eine IP-Adresse noch eine Gerätekennung abgelegt.
- Werbe-Tags von Google gibt es, auf unserer eigenen Website, und sie laden erst nach deiner Zustimmung. Vorher steht alles auf abgelehnt.
- Auf einer öffentlichen Creator-Seite läuft nichts davon: dort werden weder die Google-Tags noch die Reichweitenmessung geladen, und diese Seite setzt überhaupt keine Cookies.
- Deine IP-Adresse wird kurzzeitig verarbeitet, um Missbrauch zu begrenzen, und nicht dauerhaft gespeichert. Auch das steht in unserer Datenschutzerklärung.
Was daraus folgt, entscheidest du nicht anhand einer Werbeaussage, sondern anhand deiner eigenen Datenschutzerklärung. Und wenn du gewerblich unterwegs bist, ist eine fachkundige Einschätzung das Geld wert.
Wo Linktree für Empfehlungen an seine Grenze kommt
Angenommen, dein Profil dreht sich um Produkte, die du benutzt und weiterempfiehlst. Dann steht auf deiner Seite ein Button mit der Aufschrift „Mein Serum“. Er nennt ein Ziel. Er nennt keinen Grund.
Aus diesem Button weiß deine Community nicht, seit wann du das Produkt benutzt, was dir daran gefällt, ob es einen Code gibt. Diese Angaben standen im Video, das sie vor drei Tagen gesehen hat, und bis zum Klick sind sie verschwunden.
Eine Produktkarte setzt sie wieder zusammen: dein eigenes Foto, dein Urteil in einem Satz, dein Rabattcode zum Antippen, dein Affiliate-Link. Bewusst ohne Preis, denn der Preis steht im Shop, und die Karte hat nur eine Aufgabe, nämlich den Klick dorthin.
-15%Aesop
Parsley Seed Serum
„Der Schritt, den ich abends nie auslasse, ein Tropfen reicht für das ganze Gesicht.“
Der kostenlose Tarif umfasst 10 Produktkarten, eine selbst gewählte Adresse (spotilink.bio/deinname), eine einfache Klickstatistik und ein kleines Wasserzeichen. Der Creator-Tarif zu 9,90 Euro im Monat hebt das Kartenlimit auf, erlaubt unbegrenzte bezahlte Kooperationen, liefert ausführlichere Auswertungen und entfernt das Wasserzeichen. Eine eigene Domain ist die selbst gewählte Adresse damit übrigens nicht, das wäre ein anderes Versprechen.
Linktree oder etwas anderes: drei Fragen
Die Entscheidung hängt nicht am Preis, denn kostenlos starten kannst du fast überall. Sie hängt an drei Fragen:
- Listest du Ziele auf oder empfiehlst du Produkte? Eine Liste ist die richtige Form für gemischte Ziele. Für Empfehlungen gewinnt eine Karte fast immer, weil sie einen Grund mitliefert.
- Verkaufst du direkt über die Seite? Wenn ja, rechne die Gebühr deiner Stufe ein und vergleiche sie mit anderen Anbietern. Wenn nein, ist dieser ganze Vergleichspunkt für dich gegenstandslos.
- Welche Sprache spricht die Seite mit deiner Community? Eine Buttonzeile klingt nach Inhaltsverzeichnis. Eine Karte mit deinem Foto und deinen Worten klingt nach dir.
Wer sich nach diesen drei Fragen umsehen möchte, findet unsere ausführliche Gegenüberstellung unter Linktree-Alternative. Und wenn du erst einmal verstehen willst, worum es beim Bio-Link überhaupt geht, fang beim Link in Bio an.
Kurz zusammengefasst
Linktree ist ein Dienst für Bio-Link-Seiten: eine gehostete Seite unter linktr.ee/deinname, auf der deine Ziele als Buttons stehen. Der kostenlose Tarif ist dauerhaft, die Zahl der Links ist auch dort unbegrenzt, das Branding bleibt sichtbar, und die Gebühr auf Verkäufe betrifft nur den eigenen Checkout des Anbieters, nie deine Affiliate-Links.
Ob es seriös ist, entscheidest du an prüfbaren Punkten und nicht an einem Gefühl: geliehene Adresse, Gebührenmodell, und die dokumentierte Datenschutzdiskussion, die wir oben mit Quelle wiedergegeben haben.
Und ob es zu dir passt, entscheidet die Form. Listest du Ziele auf, ist eine Liste richtig. Empfiehlst du Produkte, gibt eine Karte mit Foto, Urteil und Code einen Grund zum Klicken, den ein Button nicht liefern kann.
