Ein Media Kit ist die Unterlage, die du an eine Marke schickst, wenn du eine bezahlte Kooperation willst. Darin steht an einer Stelle, wer du bist, welche Reichweite du hast und wen du damit erreichst. Manche schreiben Mediakit, manche Media-Kit, gemeint ist immer dasselbe.
Es ersetzt keine gute Anfrage und es garantiert keine Zusage. Es entscheidet aber darüber, ob deine Anfrage überhaupt gelesen wird, denn im Postfach einer Markenmanagerin liegen dreißig weitere. Und es kostet dich einmal einen Nachmittag, danach nur noch ein paar Minuten im Quartal.
Was ein Media Kit ist, und was es nicht ist
Ein Media Kit ist eine Zusammenfassung, kein Portfolio und kein Angebot.
Das Portfolio zeigt deine Arbeit, also die Inhalte, die du produziert hast. Es ist meistens ein Abschnitt innerhalb des Media Kits, nicht sein Ersatz.
Das Angebot ist die konkrete Preisauskunft für eine konkrete Anfrage. Es hängt vom Umfang ab, den die Marke beschreibt, und gehört deshalb in die Antwortmail, nicht in ein Dokument, das du monatelang unverändert herumschickst.
Das Media Kit steht davor: Es beantwortet die einzige Frage, die eine Marke am Anfang hat, nämlich ob du zu ihr passt. Alles, was diese Frage nicht beantwortet, kann raus.
Wann du eins brauchst, und wann nicht
Du brauchst eins, sobald du selbst Marken anschreibst, sobald du auf Anfragen antwortest, die nach „mehr Infos“ fragen, und sobald du dich für Kampagnen oder Plattformen bewirbst.
Du brauchst keins, wenn eine Marke dich mit einem fertigen Briefing und einem Budget anspricht. Dann ist der schnellste Weg eine klare Antwort mit deinem Preis, nicht ein Dokument, das sie nicht angefordert hat. Häng es trotzdem an, aber lass es nicht die Antwort ersetzen.
Die Vorlage: dein Media Kit Abschnitt für Abschnitt
Der Aufbau ist wichtiger als das Layout. Diese sechs Abschnitte, in dieser Reihenfolge, sind die eigentliche Vorlage:
- Kopf. Foto, Name, Handle, ein Satz zu deiner Nische. Direkt daneben deine Mailadresse. Sie ist die eine Angabe, die niemand suchen sollte.
- Über dich. Drei bis vier Sätze: worüber du sprichst, warum, und was dein Publikum von dir erwartet. Keine Biografie, ein Standpunkt.
- Kanäle und Zahlen. Pro Plattform: Follower, durchschnittliche Reichweite, Engagement-Rate, jeweils mit Zeitraum.
- Zielgruppe. Altersspanne, Geschlechterverteilung, die drei wichtigsten Länder oder Städte. Wenn du etwas über Interessen oder Kaufverhalten weißt, ergänze einen Satz dazu.
- Beispielinhalte. Drei bis fünf Screenshots mit je einer Zeile Kontext, plus ein oder zwei frühere Kooperationen, falls vorhanden.
- Leistungen und Kontakt. Welche Formate du lieferst, wie eine Zusammenarbeit abläuft, wie man dich erreicht.
Mehr Abschnitte machen es nicht besser. Ein Media Kit, das auf zwei Seiten passt, wird zu Ende gelesen.
Setz deine Mailadresse in den Kopf und ans Ende. Klingt übertrieben, ist es nicht: Wer nur die letzte Seite offen hat, soll nicht zurückblättern müssen, um dich zu erreichen.
Deine Zahlen: welche zählen, und wo du sie findest
Follower sind die schwächste Zahl im ganzen Dokument, und trotzdem die einzige, die viele nennen. Aussagekräftig sind drei andere:
- Durchschnittliche Reichweite pro Format. Ein Reel und eine Story erreichen unterschiedlich viele Menschen. Nenne beide getrennt.
- Engagement-Rate. Interaktionen im Verhältnis zur Reichweite, gemittelt über 30 bis 90 Tage. Schreibe dazu, worauf du sie beziehst.
- Zielgruppe. Alter, Geschlecht, Land. Das ist die Angabe, die eine Marke am schnellsten aussortieren oder überzeugen lässt.
Alle drei stehen in den Statistiken deiner eigenen Konten. Nimm den Durchschnitt, nie den besten Beitrag: Ein Ausreißer ist ein Glücksfall, kein Versprechen, und eine Marke, die ihn als Erwartung liest, ist danach enttäuscht.
Und runde nicht auf. Wer 8.400 Follower hat, schreibt 8.400. „Fast 10.000“ fällt in der ersten Prüfung auf und kostet mehr Vertrauen, als die Zahl je eingebracht hätte.
Beispiele: was in jedem Abschnitt konkret steht
Statt eines fremden Musters hier die Formulierungen, die in jedem Abschnitt tatsächlich funktionieren:
- Über dich: „Ich teste Hautpflege für empfindliche Haut und erkläre Inhaltsstoffe so, dass man sie im Laden wiedererkennt.“ Das ist ein Standpunkt. „Ich liebe Beauty und Lifestyle“ ist keiner.
- Zahlen: „Instagram: 8.400 Follower, Reels im Schnitt 14.200 Aufrufe, Engagement-Rate 5,1 Prozent, Durchschnitt der letzten 60 Tage.“ Mit Zeitraum, sonst ist es eine Behauptung.
- Zielgruppe: „78 Prozent Frauen, Schwerpunkt 25 bis 34 Jahre, überwiegend Deutschland und Österreich.“
- Leistungen: „Ein Reel plus zwei Stories, Skript und Schnitt inklusive, eine Korrekturschleife, Lieferung in zehn Werktagen.“
- Kooperationen: „Marke X, Reel im Frühjahr, 21.000 Aufrufe, Rabattcode über die Kampagne hinaus aktiv.“
Die Zahlen oben sind erfundene Beispielwerte und keine Marktangabe. Setz deine eigenen ein.
Womit du es baust, und in welchem Format
Zum Werkzeug zuerst, weil daran die meisten hängen bleiben: Es ist die unwichtigste Entscheidung des ganzen Nachmittags. Die gängigen Online-Editoren für Präsentationen und Grafiken bringen fertige Media-Kit-Vorlagen mit und exportieren als PDF. Auch ein Textdokument oder eine Präsentation, die du schon hast, reicht völlig. Was den Unterschied macht, sind deine eigenen Fotos und die Reihenfolge der Abschnitte, nicht die Software.
Ein Hinweis, der später Zeit spart: Bau es so, dass du Zahlen ohne Neuentwurf austauschen kannst. Also Text als Text, nicht als Bild, und die Kennzahlen an einer Stelle statt über fünf Seiten verstreut.
Beim Format kommt es dann darauf an, wer es öffnet.
Ein PDF ist die Erwartung. Es lässt sich weiterleiten, ausdrucken und in eine Ablage legen, und genau das passiert damit intern bei der Marke.
Ein Link ist praktischer für dich. Du aktualisierst deine Zahlen einmal, und jeder, der die Adresse schon hat, sieht die neue Fassung. Kein „Version 3 final“ mehr.
In der Praxis nimmst du beides: PDF im Anhang, Link in der Signatur.
Dazu gehört noch ein zweiter Link, und der wird oft vergessen: die Seite, auf der man dich live sieht. Ein Media Kit beschreibt deine Arbeit, deine öffentliche Empfehlungsseite zeigt sie. Wer wissen will, wie du über Produkte sprichst, klickt lieber einmal, als deine Screenshots zu lesen.
Helena Yung
Beauty & Lifestyle
Mein Favorit

Rare Beauty
Soft Pinch Blush
« Mein Must-have »
Meine Skincare-Routine

Hella
Grapefruit

Aesop
Mandarin

Dosage
Coffee
Meine Essentials
Umfrage
Deine Skincare-Routine?
Genau dafür ist Spotilink gebaut: Karten statt Buttons, jede mit deinem eigenen Foto, deinem Urteil und deinem Rabattcode, bewusst ohne Preis, damit der Klick beim Shop landet. Der kostenlose Tarif bringt zehn Karten und eine selbst gewählte Adresse mit (spotilink.bio/deinname, eine eigene Domain ist es damit nicht), und von deinen Affiliate-Provisionen behalten wir nichts ein. Deine Statistik zeigt dir dabei Klicks, keine Umsätze: Was am Ende verkauft wurde, weißt nur du und dein Partnerprogramm.
Honorar nennen oder offenlassen?
Beides ist vertretbar, und die Entscheidung hängt davon ab, wie viele Anfragen du bekommst.
Nennen spart Zeit. Wer dein Budget nicht stemmen kann, meldet sich gar nicht erst, und du führst weniger Gespräche, die nirgends hinführen.
Offenlassen bringt mehr Geld, wenn du gut verhandelst, weil du den Preis am Umfang festmachst statt an einer Zahl, die du im Frühjahr in ein Dokument geschrieben hast.
Ein guter Mittelweg: keine Preise im Media Kit, aber ein Satz dazu, wovon dein Honorar abhängt, also Formatanzahl, Nutzungsrechte und Exklusivität. Wie du daraus eine Zahl machst, steht ausführlich unter Influencer-Preise berechnen.
Media Kit mit kleiner Reichweite
Ein Media Kit lohnt sich früher, als die meisten denken. Marken kaufen nicht nur Größe, sie kaufen Passung, und ein kleines, sehr engagiertes Publikum in einer klaren Nische ist für viele Kampagnen wertvoller als ein großes, verstreutes.
Praktisch heißt das: Wenn deine absoluten Zahlen klein sind, führe mit dem, was stark ist. Die Engagement-Rate, die Zielgruppenschärfe, die Kommentare unter deinen Beiträgen. Ein Screenshot eines Kommentarverlaufs, in dem drei Leute nach dem Produktnamen fragen, sagt mehr über Kaufabsicht als jede Followerzahl.
Und lass die Zahlen, die schwach sind, einfach weg. Weglassen ist erlaubt, Aufhübschen nicht.
Aktuell halten, und die häufigsten Fehler
Ein Media Kit ist nach drei Monaten falsch, wenn du es nicht anfasst. Setz dir einen Termin pro Quartal und tausche Zahlen, Beispielinhalte und Kooperationen aus. Das dauert zehn Minuten.
Die Fehler, die am häufigsten passieren:
- Keine Kontaktdaten, oder nur ein Instagram-Handle. Eine Agentur schreibt Mails.
- Zahlen ohne Zeitraum. „Reichweite 20.000“ ist ohne Bezugsgröße keine Information.
- Der beste Beitrag als Durchschnitt. Fällt spätestens nach der ersten Kampagne auf.
- Sechs Seiten. Ab Seite drei liest niemand mehr.
- Ein Dokument für alle. Wenn du eine Sportmarke anschreibst, gehören Sportinhalte nach vorne. Die Vorlage bleibt, die Beispiele wechseln.
- Kein Link auf etwas Lebendiges. Screenshots altern, deine Seite nicht.
So startest du
Nimm dir einen Nachmittag. Sammle deine Zahlen aus den Statistiken, schreibe die sechs Abschnitte in ein leeres Dokument, wähle danach erst das Layout. Exportiere als PDF, leg eine Linkfassung dazu und setze beides in deine Signatur.
Danach fehlt nur noch das, was nach der Zusage passiert: der Vertrag. Worauf du dabei achtest, steht unter Influencer-Vertrag: welche Klauseln du prüfen solltest.


