Affiliate Marketing auf Instagram heißt: du empfiehlst ein Produkt mit einem nachverfolgbaren Link oder einem persönlichen Rabattcode, und die Marke zahlt dir eine Provision auf die Käufe, die darüber entstehen. Klickbar sind auf Instagram dabei nicht die Captions, sondern die Links in deinem Profil und der Link-Sticker in deinen Stories.
So funktioniert Affiliate Marketing für Creator
Das Prinzip hat vier Bausteine, und es lohnt sich, sie auseinanderzuhalten.
- Der Link oder Code. Ein Partnerprogramm gibt dir einen Link mit deiner Kennung oder einen Code, der dir zugeordnet ist. Kauft jemand darüber, weiß die Marke, dass der Kauf von dir kam.
- Das Zeitfenster. Ein Klick wird nicht ewig gezählt. Jedes Programm legt fest, wie lange nach dem Klick ein Kauf noch dir zugerechnet wird. Bei Amazon sind das zum Beispiel 24 Stunden, mit einer Ausnahme für den Warenkorb, dazu unten mehr.
- Die Provision. Meist ein Prozentsatz vom Kaufpreis, je nach Produktkategorie unterschiedlich hoch. Manche Marken zahlen stattdessen einen festen Betrag pro Verkauf.
- Wer zahlt. Die Marke oder das Programm, nicht deine Community: die Provision kommt aus dem Verkauf, den du vermittelt hast.
Der Unterschied zu einer bezahlten Kooperation: dort zahlt die Marke für einen Beitrag, egal was er verkauft. Beim Affiliate Marketing zahlt sie nur für das Ergebnis. Eine Agentur brauchst du dafür nicht, wohl aber die Aufnahme in ein Partnerprogramm: du stimmst dessen Bedingungen zu, und das Programm kann deine Bewerbung prüfen, Amazon etwa nach deinen ersten Verkäufen (Schritte unten). Wie sich beide Wege und das Erstellen von Inhalten für Marken zueinander verhalten, sortiert der Überblick Influencer oder Creator werden.
Wo Affiliate-Links auf Instagram klickbar sind
Die Links in deinem Profil. Laut Instagram-Hilfe (Stand: Oktober 2026) kannst du im Profil bis zu fünf Websites hinterlegen. Der Weg in der App: Profil bearbeiten, dann Links, dann Externen Link hinzufügen, Adresse einfügen, mit Fertig speichern. Die Hilfeseite beschreibt das für die iPhone- und die Android-App, nicht für den Computer. Die fünf Links erscheinen als schlichte Adressen, ohne Bild und ohne Beschreibung, in der Reihenfolge, die du festlegst.
Der Link-Sticker in Stories. Laut Meta-Hilfebereich kannst du mit einem Sticker einen Link zu deinen Instagram-Stories hinzufügen, und wer darauf tippt, landet auf der verlinkten Website. Das ist der direkteste Weg für eine einzelne Empfehlung im Moment. Der Nachteil: eine Story ist kurzlebig, und mit ihr verschwindet der Link, außer du legst sie als Highlight ab.
Captions und Kommentare. Eine Adresse, die du in eine Caption tippst, bleibt reiner Text. Deshalb steht unter so vielen Reels „Link in Bio“: der Satz schickt die Leute ins Profil, wo der Link tatsächlich funktioniert.
Daraus folgt die wichtigste Entscheidung: Dein erster Profil-Link sollte nicht auf ein einzelnes Produkt zeigen, sondern auf eine Seite, die alle deine Empfehlungen bündelt. Dann kann jeder Beitrag auf dieselbe Stelle verweisen, und du tauschst dahinter aus, was gerade läuft, ohne das Profil anzufassen. Was eine solche Seite ist und wie du sie einrichtest, erklärt Was bedeutet Link in Bio?. Wenn dir für die Zeile über dem Link noch die Worte fehlen, helfen die Instagram Bio Ideen.
Partnerprogramme, mit denen du starten kannst
Für den Einstieg gibt es zwei Arten von Programmen.
Das Amazon-Partnerprogramm (PartnerNet). Der naheliegende Start, weil fast jedes Produkt, das du ohnehin zeigst, auf amazon.de zu finden ist. Die Provisionen sind nach Kategorie gestaffelt und eher niedrig, dazu gleich die Zahlen.
Programme der Marken selbst oder über Netzwerke. Viele Marken betreiben ein eigenes Partnerprogramm oder lassen es über ein Affiliate-Netzwerk laufen. Den Einstieg findest du meist im Footer der Marken-Website unter einem Punkt wie „Partnerprogramm“ oder „Affiliate“. Konditionen, Zeitfenster und Auszahlungsregeln sind dort jeweils andere, lies sie vor der Anmeldung auf der Seite des Programms selbst. Wir nennen hier bewusst keine Prozentsätze für einzelne Netzwerke, weil wir sie nicht an der Quelle gelesen haben.
Amazon-Produkte empfehlen und Geld verdienen
So läuft der Einstieg bei amazon.de, Schritt für Schritt. Alle Angaben stammen aus den Hilfeseiten von PartnerNet, gelesen am 28. Oktober 2026.
- Anmelden. Du registrierst dich bei PartnerNet und gibst die Seiten an, auf denen du Links teilst. Laut Amazon-Hilfe zur Prüfung von Bewerbungen werden Instagram, TikTok, YouTube, Facebook (öffentliche Gruppen- und Fanseiten), Twitter und Twitch akzeptiert. Nenne die genaue Adresse deines Profils, nicht nur „instagram.com“.
- Link erstellen. Du erzeugst zu einem Produkt einen Link mit deiner Partner-ID. Nur diese getaggten Links ordnen Amazon einen Kauf dir zu.
- Link platzieren. Auf deiner Bio-Link-Seite, im Story-Sticker, und überall mit Kennzeichnung (siehe unten). Amazon verlangt zusätzlich laut Teilnahmevereinbarung einen gut sichtbaren Hinweis wie: „Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen“.
- Drei Verkäufe in 180 Tagen. Laut Amazon-Hilfe zur Kontoinaktivität hast du nach der Bewerbung 180 Tage Zeit. Sobald drei qualifizierte Verkäufe erreicht sind, prüft Amazon deine Bewerbung innerhalb von ein bis zwei Tagen. Kommen nicht genug Verkäufe zustande, kann die Bewerbung zurückgezogen werden. Persönliche Bestellungen werden laut Hilfe zur Prüfung von Bewerbungen nicht berücksichtigt.
Bei der Prüfung schaut Amazon auf deine Seiten. Die Hilfeseite nennt für soziale Netzwerke eine substanzielle Zahl organischer Follower, „in den meisten Fällen mindestens 500“, ein öffentlich sichtbares Profil und als Faustregel mindestens 10 Beiträge. Das ist ein Richtwert, keine harte Grenze, aber ein Konto mit 80 Followern solltest du realistisch einschätzen.
Wichtig für das Zeitfenster: Laut Amazon-Hilfe zur Vergütung zählen Artikel, die innerhalb von 24 Stunden nach dem Klick in den Warenkorb gelegt werden. Wird ein solcher Artikel später bestellt, bevor der Warenkorb abläuft, „normalerweise nach 90 Tagen“, bekommst du die Provision trotzdem. Klickt die Person danach über den Link eines anderen Partners, schließt sich dein Fenster.
Und das Amazon Influencer Programm? Es ist ein eigenes Angebot neben dem Partnerprogramm. Laut Programmseite auf partnernet.amazon.de bekommst du dort eine eigene Seite auf Amazon mit persönlicher Adresse, auf der du Empfehlungen, Fotos und Videos sammelst. Bewerben kannst du dich mit einem YouTube-, Instagram-, Facebook- oder TikTok-Konto, bei Instagram und Facebook mit einem Business-Konto, und Amazon schaut auf Followerzahl und weitere Engagement-Werte. Eine feste Mindestzahl nennt die Seite nicht, deshalb nennen wir auch keine.
Rabattcodes oder Links?
Beides, denn sie lösen verschiedene Probleme.
Ein Link trägt den Klick. Er bringt die Person mit einem Tipp zum Produkt, und das Programm misst sauber, was danach passiert. Ein Rabattcode überlebt dagegen dort, wo kein Link funktioniert: im Reel, im gesprochenen Satz, im Screenshot, den jemand drei Tage später wiederfindet. Und er gibt deiner Community einen konkreten Grund, gerade jetzt zu kaufen.
Viele Marken geben Creatorn deshalb beides, einen Partnerlink und einen persönlichen Code. Wie du an einen eigenen Code kommst, was du dabei verhandelst und wo du ihn teilst, steht im Leitfaden zum Influencer-Rabattcode.
Affiliate-Links kennzeichnen
Wir beschreiben hier, was die Quellen sagen, und sprechen kein Urteil über einen Einzelfall. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung, im Zweifel lass dich rechtlich beraten. Alle Quellen wurden am 28. Oktober 2026 gelesen.
Die gesetzlichen Grundlagen. Drei Vorschriften tauchen immer wieder auf:
- § 5a Abs. 4 UWG: unlauter handelt, wer „den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht, sofern sich dieser nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt“, und das Nichtkenntlichmachen geeignet ist, Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die sie andernfalls nicht getroffen hätten. Bei einer Handlung zugunsten eines fremden Unternehmens liegt laut Gesetz kein kommerzieller Zweck vor, wenn der Handelnde „kein Entgelt oder keine ähnliche Gegenleistung für die Handlung von dem fremden Unternehmen erhält oder sich versprechen lässt“. Und: „Der Erhalt oder das Versprechen einer Gegenleistung wird vermutet, es sei denn der Handelnde macht glaubhaft, dass er eine solche nicht erhalten hat.“
- § 6 Abs. 1 DDG: kommerzielle Kommunikationen müssen „klar als solche zu erkennen“ sein.
- § 22 Abs. 1 MStV: „Werbung muss als solche klar erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote eindeutig getrennt sein.“
Was die Medienanstalten empfehlen. Wie das praktisch aussieht, übersetzt der Leitfaden der Medienanstalten „Werbekennzeichnung bei Online-Medien“ (Stand: Mai 2025). Er ist eine Empfehlung der Aufsicht, kein Gesetz, aber er spiegelt ausdrücklich deren Aufsichtspraxis. Für Bild- und Text-Beiträge nennt seine Matrix:
| Was du veröffentlichst | Empfehlung des Leitfadens |
|---|---|
| Affiliate-Link | Symbol (*) und Erläuterung in unmittelbarer Nähe des Links |
| Rabattcode | deutlich lesbar „Werbung“ oder „Anzeige“ in unmittelbarer Nähe des Codes |
| Beitrag gegen Bezahlung oder Gegenleistung | deutlich lesbar „Werbung“ oder „Anzeige“ zu Beginn des Beitrags |
| Beitrag aus eigener Motivation, ohne kommerziellen Anreiz Dritter | keine Kennzeichnung erforderlich |
Dazu ein paar Details aus dem Erläuterungsteil, die im Alltag zählen: Gekennzeichnet wird jeder werbliche Beitrag einzeln, auch jedes Story-Slide, ein pauschaler Hinweis im Profil genügt nicht. Abkürzungen wie „ad“ oder englische Formeln wie „sponsored by“ reichen laut Leitfaden nicht. Und eine Kennzeichnung „sicherheitshalber“, etwa „unbezahlte Werbung“ bei einem Produkt, das du selbst gekauft hast, soll vermieden werden, weil sie die Kennzeichnung entwertet. Für Affiliate-Links gibt der Leitfaden einen Mustertext vor, der mit „Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links“ beginnt und erklärt, dass du bei einem Kauf eine Provision bekommst.
Was Instagram selbst vorsieht. Laut Meta-Hilfebereich erscheint über Beiträgen mit hinzugefügtem Partner das Label „Bezahlte Werbepartnerschaft mit“, und Inhalte mit Affiliate-Link „sollten das Label Bezahlte Werbepartnerschaft mit tragen“. Der Leitfaden akzeptiert Plattform-Werkzeuge mit „Werbung“, „Anzeige“ oder „bezahlte Werbepartnerschaft“ als alleinige Kennzeichnung, sofern die übrigen Anforderungen an die Erkennbarkeit erfüllt sind.
Was der Bundesgerichtshof 2021 entschieden hat. Am 9. September 2021 hat der BGH in drei Verfahren über Instagram-Beiträge von Influencerinnen geurteilt (I ZR 90/20, I ZR 125/20, I ZR 126/20). Laut Pressemitteilung Nr. 170/2021 war im Verfahren I ZR 90/20 ein Beitrag, für den die Influencerin eine Gegenleistung des Herstellers erhalten hatte, nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet: für die Verbraucher müsse gerade der Zweck erkennbar sein, ein fremdes Unternehmen zu fördern. Ohne Gegenleistung sieht das Gericht eine Handlung zugunsten eines fremden Unternehmens nur dann, wenn der Beitrag übertrieben werblich ist. „Tap Tags“ allein reichen dafür nicht, bei einer Verlinkung auf die Website des Herstellers liege dagegen regelmäßig ein werblicher Überschuss vor.
Zu Affiliate-Links schreibt der Leitfaden der Medienanstalten: „Die Veröffentlichung von Affiliate Links hat ebenfalls kommerziellen Charakter, der transparent gemacht werden muss.“ Wie du das in deinem konkreten Fall umsetzt, entscheidest du, im Zweifel mit Beratung.
Was du realistisch verdienst
Eine seriöse Durchschnittszahl, was Creator mit Affiliate Marketing auf Instagram verdienen, haben wir nicht gefunden, und wir erfinden keine. Was es gibt, ist die Rechnung, mit der du deine eigene Zahl bestimmst:
Klicks × Anteil der Käufe × Warenkorb × Provisionssatz der Kategorie
Nur der letzte Faktor ist offiziell. Für amazon.de steht er im Vergütungskatalog (Stand: Oktober 2026):
| Kategorie (Bezeichnung von Amazon) | Provision |
|---|---|
| Bekleidung & Accessoires, Schuhe, Handtaschen & Geldbörsen, Luxus Beauty Stores, Uhren | 6 % |
| Bücher, Möbel, Wohnen, Küche & Esszimmer, Baumarkt, Schmuck, Kindle eBooks | 5 % |
| Beauty, Gepäck, Körperpflegegeräte, Sport & Fitness | 4 % |
| Alle anderen Kategorien | 3 % |
| Haushaltsgroßgeräte, Fire TV Geräte, Mobile Elektronik | 2,5 % |
| Lebensmittel, Spielkonsolen, Videospiele | 1 % |
| Geschenkkarten, Kindle Unlimited, Wein | 0 % |
Der Katalog weist außerdem darauf hin, dass die Sätze unterschiedlich ausfallen können, je nachdem, ob der Kauf aus derselben Kategorie stammt wie das verlinkte Produkt.
Ein Rechenbeispiel, damit die Größenordnung greifbar wird: Bei 4 % auf Beauty ergibt ein Warenkorb von 50 € rund 2 €. Auf welchen Betrag die Provision genau berechnet wird, legen die Bedingungen von Amazon fest. Der Warenkorb ist ausgedacht, kein Durchschnitt, setz deine eigenen Zahlen ein. Den Provisionssatz beeinflusst du nicht, die ersten beiden Faktoren schon: wie überzeugend deine Empfehlung ist und wie leicht sie zu finden ist.
Viele Creator kombinieren Affiliate-Einnahmen mit bezahlten Kooperationen. Wie du dort einen Preis begründest, steht unter Influencer-Preise, und für die Unterschrift unter eine Kooperation der Leitfaden zum Influencer-Vertrag. Marken fragen dabei fast immer nach einem Media Kit.
Deine Empfehlungen an einem Ort
Eine Linkliste mit „Mein Serum“ gibt dafür keinen Grund. Eine Empfehlung schon.
-10%Rare Beauty
Soft Pinch Blush
„Mein Alltagsblush, ein Tupfer reicht und er hält den ganzen Tag.“
Genau dafür ist Spotilink für Affiliate-Links gebaut. Jede Empfehlung ist eine Karte, die du selbst zusammenstellst: dein eigenes Foto, dein Urteil in einem Satz, dein Rabattcode, den deine Community mit einem Tipp kopiert, und dein Affiliate-Link. Die Karten ordnest du in thematische Abschnitte, und die Oberfläche gibt es auf Deutsch.
Von deinen Affiliate-Provisionen behält Spotilink 0 %: was du über ein Partnerprogramm verdienst, läuft direkt zwischen dir und der Marke. Der Gratis-Tarif umfasst 10 Produktkarten und eine selbst gewählte Adresse, mit dem Hinweis „Erstellt mit Spotilink“. Der Creator-Tarif für 9,90 € im Monat bringt unbegrenzt viele Karten und entfernt den Hinweis. Die Statistik zeigt dir Klicks pro Karte, keine Verkäufe und keine Euro-Beträge: die bleiben im Bericht deines Partnerprogramms.
So startest du diese Woche
- Wähle ein Programm, das zu deiner Nische passt, für die meisten ist das zuerst amazon.de.
- Lege drei bis fünf Empfehlungen an, nur Produkte, die du wirklich benutzt.
- Bau eine Seite, die sie bündelt, und setze sie als ersten Link in dein Profil.
- Kennzeichne jeden Link und jeden Code, so wie oben beschrieben.
- Verweise in Beiträgen und Stories auf diese eine Seite, und schau nach zwei Wochen in die Klickzahlen.

